Vorrundenwein

Der heutige WM-Spieltag brachte eine Reihe bitterer aber auch einen erfreulichen Moment für mich. Da das hier kein Fußballblog ist, spar ich mir mal die bitteren und komme direkt zu dem erfreulichen Moment.

Glen Carlou, Syrah 2004, Wine of Origin, Paarl, Südafrika. In der Nase eine kräftige Kuhstallnote, rote Beeren, Zigarrenkiste, Lavendel, Liebstöckel und einiges mehr – der Wein zeigt in der Nase die Komplexität eines großen Weines, allerdings ohne je ganz harmonisch zu riechen, denn der Stinker spielt immer mit. Am Gaumen ist der Wein alles auf einmal, fruchtig, mineralisch, erdig, mit Spiel, Struktur und Opulenz. Der Reihe nach: Johannisbeere und Pflaume begleiten eine deutliche Lakritznote auf einer von angenehmer Säure spielerisch gestalteten Reise über ein Bett aus Bleistiftspäne, nachdem alle von ein paar noch präsenten aber schon reifen Tanninen abgebremst werden, klingen sie in einem wahrhaft langen Abgang aus. Das ganze spielt alkoholbedingt in wärmeren Gefilden von 14,5%, die aber noch als Nestwärme durchgehen.

Großer Wein, großer Trost.

Eine Antwort auf diesen Artikel.

  1. [...] der auf den Cent so viel kostet wie der Gestad. Ich hatte ihn vor anderthalb Jahren schon mal getrunken, da war er noch nicht ganz trinkreif. Das ist jetzt anders und der Wein relativiert die [...]

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