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Komm doch – mit auf den Leckerberg

Manche Überschrift verrät mehr über den Autor als über den Wein. Gilt aber auch für den Leser: wer in Gedanken ‚…der schmeckt zwar ganz schön bitter…‘ ergänzte, dürfte wohl mindestens auf die 40 zugehen. Keine Sorge, der Wein ist gar nicht bitter. Aber mit meinem ersten Winter-Riesling letztes Jahr im lausig kalten Juni brach bei schnutentunker.de die Zeit der spinnerten Überschriften an. Und schon damals wusste ich, wie ich den Leckerberg hier ankündigen würde. Ein bisschen reifen musste er noch. Jetzt kam dieser Riesling ins Glas, als die letzte Schneeflocke in meinem Garten endlich geschmolzen war. Das war am Wochenende. Am nächsten soll schon wieder neuer Schnee kommen. Der Name ist also immer noch Programm.

Weingut Winter, Riesling ‚Leckerberg‘, 2007, Rheinhessen. In der Nase üppig und anziehend – Pfirsich, Aprikose, etwas Thymian und Karamell. Am Gaumen ist der Leckerberg ein Bodybuilder: sehr volles Mundgefühl, milde Säure und zarte Mineralik stehen hinter kraftvollen Aromen von Apfel, Pfirsich und Karamell. Der lange Abgang ist mineralisch aber auch ein bisschen brandig, denn 13,5% Alkohol machen sich bemerkbar. Einer jener Weine, von denen ein Glas richtig großartig schmeckt, eine halbe Flasche aber anstrengend wäre. Da mich niemand zu mehr als einem Glas am Abend zwingt, bietet Winters Riesling vier Tage großen Spaß.

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Winter im Juni — der Name ist Programm…

…dachte ich mir, als diese Woche ein Paket mit Weinen des Weinguts Winter eintraf. Ich hatte es mir bestellt, weil das Weingut allenthalben als Aufsteiger und Winzer Stefan Winter als Supertalent beschrieben wird. Als ich dann jüngst schon wieder las, dass der Spitzenwein des Gutes, der ‚Riesling Leckerberg‘, die Wucht in Tüten und der Basisriesling ein Preisleistungsgigant sei, war meine Neugierde geweckt. Die 2007er Weine sind noch bei diversen Händlern erhältlich. Ich testete gestern erst mal den Gutsriesling. Er ist mit 6,50€ für meinen Geschmack fair bepreist, kommt mit einem schicken Etikett daher und ist mit Schraubverschluss verschlossen (was ich gut finde).

2007 Riesling trocken; Weingut Winter; Rheinhessen. 12,5% Alk.; 6,50€. In der Nase eine schöne klare Rieslingfrucht (Steinobst und Apfel) mit dezenten Gär/Hefe-Noten. Macht Spaß zu schnüffeln. Am Gaumen dann eine tolle Spannung: rassige Säure mit einer schönen Mineralik (und `nem Schuss Gährkohlensäure) bringen die Zunge zum ‚bitzeln‘. Soweit so schön, doch im recht langen Abgang kommen dann Minuspunkte: Mir schmeckt der Wein etwas zu süß und irgendwie schleichen sich Hitzenoten von verbranntem Karamell in den Abgang, wie ich sie in Deutschland nur von Rieslingen aus dem Jahr 2003 oder sonst von australischen Rieslingen kenne. Keine Ahnung, wo sie herkommen, aber sie trüben mein Vergnügen deutlich. Nach anderthalb Gläsern habe ich keine Lust mehr und mache etwas anderes auf. Die Nachprobe am heutigen Sonntag mit wachen Geschmacksnerven ändert das Bild nicht. So sind das für mich 82/100 Punkte.

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